Noroviren – ein Erfahrungsbericht

Nachdem ich vorher die trockenen Fakten über Noroviren gebracht habe, kommt hier ein persönlicher Erfahrungsbericht – Vorsicht, vielleicht besser nicht beim Essen lesen!

Junior (damals 13 Monate alt – das war letzten Herbst) fängt Sonntag Nacht plötzlich an zu schreien wie am Spiess. Als ich ihn hochnehme, um ihn zu trösten, übergibt er sich schwallartig. Kleider und Bettzeugs wechseln, Junior, der wieder ruhig ist, zurück ins Bett legen.

Nach 1 Stunde fängt er wieder an zu schreien, und kotzt diesmal Kuschelbär übers PJ. Selbes Prozedere nochmals, nur kommt das arme Kind jetzt zu uns ins Bett. Etwa alle Stunde muss er wieder brechen, dazwischen ist er unruhig (Magenkrämpfe?).

Gegen Morgen beruhigt sich das Ganze etwas, allerdings kommt der Morgenschoppen um 11 Uhr komplett wieder hoch – danach will er nichts mehr essen. Wenigstens trinkt er noch genug Tee, Kinder verlieren sehr schnell viel Flüssigkeit durch Erbrechen und Durchfall und müssen darum häufig ins Spital.

Mit Itinerol für Säuglinge gibt sich das Erbrechen, allerdings hat er inzwischen Durchfall bekommen – sehr flüssigen, was ausser dem Windel- noch häufiges Kleider-wechseln nach sich zieht. Der Appetit auf Essen ist praktisch nichtexistent, ansonsten ist er fit. Ich gebe ihm Bioflorin zum Aufbauen der Darmflora.

Am Dienstag (2. Tag) nur noch Durchfall (aber häufig! und ebenso häufiges Kleiderwechseln) aber er isst wieder ein bisschen was.

Zurückrechnen zeigt, dass er das Virus im Tagi aufgelesen haben muss und tatsächlich bestätigt telefonisches Nachfragen, dass dort der Virus umgeht (etwas, was ich das nächstemal lieber Vorher wissen will).

Am Dienstag abend habe ich dann selbst ein leichtes Grummeln im Bauch. Nachts um 12 reicht es gerade noch auf die Toilette, bevor sich das Essen schwallartig verabschiedet – oben und unten hinaus. Zum Glück haben wir ein Lavabo direkt vor der Toilette! Danach fühle ich mich besser, bis sich das Ganze 1 Stunde später nochmals wiederholt .. und nochmals und nochmals … bis nichts mehr drin ist, was rauskommen könnte.

Itinerol hilft auch mir gegen die Übelkeit, aber nicht gegen das Schwäche- und Krankheitsgefühl. Den Mittwoch verbringe ich halbtod zwischen Bett und Toilette. Ich habe absolut keinen Appetit und das einzige, was ich zu mir nehme ist Tee und Zwieback und dazwischen etwas Cola. Gegen Abend macht mein Mann eine Suppe, die schaffe ich zu essen. Danach geht es wieder steil aufwärts.

Mein Mann hatte übrigens nur ein bisschen Durchfall – offensichtlich nützt das Actimel das ich ihn zwinge zu nehmen wegen seinem schlechten Immunsystem doch etwas…

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4 Antworten auf „Noroviren – ein Erfahrungsbericht

  1. Deswegen beim Haus-/Wohnungsbau immer darauf achten das mindestens ein Waschbecken in Toilettennähe hängt.

    Achja, Cola trinken bei Übelkeit ist zwar angenehm weils den ekligen Geschmack im Mund schnell und nachhaltig neutralisiert, aber wenns wieder hochkommt… ach, lassen wir das. ;)

    Ich glaub über sowas kann man sich grundsätzlich nur mit Menschen unterhalten die das schonmal durchgemacht haben. *g*

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  2. Huch das erinnert mich an einen Spätdienst in einem Altersheim und dies mit mehreren von Norovirus befallenen alten Menschen. Was da los war, kannst Du Dir ja vorstellen. Bei noch so guter Hygiene ist es fast unmöglich sich nicht anzustecken bei so direktem Kontakt.
    Habe das auch gelesen vom Ausbruch des Virus auf dem Schiff und gedacht, was bin ich froh habe ich keinen solchen Dienst mehr zu leisten.
    Lieben Gruss
    Elfe

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