Wechselwirkung mit Drogen

Telefon:

„Hallo. Mein Freund nimmt Trileptal gegen seine Epileptischen Anfälle. Gibt es da eine Wechselwirkung mit Cocain?“

Naja, die Interaktionen von Medikamenten mit illegalen Drogen haben sie im Studium irgendwie ausgelassen. Warum wohl? Aber der gesunde Menschenverstand sagt dass es sicher keine gute Idee ist als Epileptiker auch noch Mittel zu nehmen die betäuben oder anregen, jedenfalls auch auf das (schon gestörte) zentrale Nervensystem wirken.

Ein besonderer Tag: Für PharmOma

Heute ist ein besonderer Tag, denn heute hat meine Mama Geburtstag.

Wenn ich richtig nachgerechnet habe ist es sogar ein runder Geburtstag: 65 Jahre wird sie alt.

Man würde es zwar nicht meinen, wenn man so mitverfolgt, was sie (und Papa) alles machen. Manchmal hat man echt das Gefühl, sie sind mehr in der Weltgeschichte unterwegs als zuhause. Und trotzdem schafft sie es ihren grossen Freundeskreis aufrechtzuerhalten und häufig zu bewirten. PharmOma kocht nämlich ganz hervorragend und ist mir auch darin ein grosses Vorbild.

PharmOma stimmt übrigens nicht nur, weil sie meine Mama ist (PharMama’s Mama), sondern auch vom Beruf her: sie ist nämlich Drogistin – und hat damit auch meine Berufswahl beeinflusst. Sie hat noch bis vor ein paar Jahren in einer Apotheke in der Reformabteilung gearbeitet, wo sie wegen ihrer zutreffenden Bachblütenberatungen gerne „Frau Dr. Bach“ genannt wurde. Erst als eine Riesenkette die Apotheke übernommen hat und die Arbeit sehr unpersönlich wurde, hat sie aufgehört und sich (verdientermassen) ein paar Jahre frühzeitig pensionieren gelassen.

Im Moment wird sie natürlich auch etwas mehr belastet durch ihre 2 Enkel (Junior und Princessa) auf die sie gelegentlich aufpassen muss. Die sind für die Aufmerksamkeit natürlich dankbar – aber nicht so sehr wie ich: Ich weiss, dass es ohne Euch sehr viel schwieriger sein würde.

Ich mache jetzt kein Foto von Dir hier rein, PharmOma, aber Du sollst wissen, dass wir Dich alle fest lieb haben und an Dich denken.

Ganz herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, PharmOma!

Rezepteinlösen kompliziert gemacht

Frau kommt mit Rezept in die Apotheke.

Apothekerin: „Haben sie schon  einmal ein Rezept bei uns eingelöst?“

Frau: „Ja.“

Apothekerin: sucht im Computer „Ich kann sie nicht finden. Haben sie den Namen gewechselt oder haben sie ihren mittleren Namen als Vorname angegeben?“

Frau: „Nein.“

Apothekerin: schaut noch mal, diesmal schaut sie nach der Adresse „Nein, sie sind noch nicht im Computer.“

Frau: „Mein Mann war schon einmal hier.“

Apothekerin: „Aber ich muss das Rezept unter ihrem Namen eingeben, weil es für sie ist.“

Frau: „Mein Sohn hatte auch schon Rezepte hier.“

Apothekerin: … (siehe letzte Zeile)

Frau: Sehr verwirrt: „Was machen wir jetzt?“

Apothekerin: „Ich muss sie nur erst in den Computer eingeben, kein Problem.“

Apothekerin gibt die Adressdaten ein und die Krankenkasse, dann kommt sie zu den allgemeinen Fragen:

Apothekerin: „Sind sie allergisch auf irgendein Medikament?“

Frau: „Penicillin … und der Arzt sagt, sie sollen nachschauen, ob ich das Medikament auf dem Rezept schon gehabt habe und es nehmen kann.“

Apothekerin: „Ich kann nicht nachschauen, weil sie bisher noch nie mit einem Rezept hier gewesen sind! Haben sie denn eine andere Apotheke, wo sie regelmässig gehen?“

Frau: „Nein, ich war schon seit Jahren nicht mehr krank.“

Ok, und wieso soll ich sie dann schon im Computer haben?

Manche Kunden / Patienten haben den Eindruck, dass wenn sie in einer Apotheke ihre Daten angeben, sie dann einfach in eine andere Apotheke gehen können und diese dann die Informationen auch abrufen können. Dem ist aber nicht so. Die meisten Apotheken haben Systeme, die in sich abgeschlossen sind. Was Apotheke X im System hat, kann Apotheke Y nicht abrufen. Weder Adressdaten noch ehemalige Medikamente. Das kann nur die Apotheke, in der man gewesen ist. Darum ist es auch wichtig, dass man sich eine Stammapotheke (Hausapotheke tönt so seltsam) sucht und dort bleibt: dann hat man viel weniger Probleme wenn man mal die Krankenkassenkarte vergessen hat oder eine Frage wegen Medikamenten auftaucht (neuen oder alten).

Nochmals zu dem mit den Daten: nicht mal in Apothekenketten können die einzelnen Mitglieder untereinander ins System schauen – mit Ausnahme vielleicht der Lagerbestände. Es gibt aber inzwischen Systeme, wo die Gesundheitsdaten eines Patienten zentral gespeichert werden und Apotheken (verschiedene) und Ärzte Zugriff haben können, aber der Patient muss der Apotheke / dem Arzt eine Bewilligung unterschreiben, dass die das dürfen. Aber diese Systeme sind bis jetzt noch sehr selten und kaum bekannt.

Im Prinzip fände ich eine Karte noch gut, die man mitnimmt, auf der alles gespeichert ist- vielleicht Passwortgeschützt?- dann kann man ziemlich sicher sein dass nur Personen (Apotheke oder Arzt oder Spital) Zugriff darauf haben, wenn man das selbst will.

Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Einmal wöchentlich

Frau am Telefon: „Ich habe da ein Problem. Ich nehme meine Fosamax Tabletten jeden Mittwoch“

Apothekerin: „Ja. Und?“

Frau. „Jetzt habe ich auf den September Kalender geschaut und es gibt diese Woche keinen Mittwoch. Was soll ich tun?“

Apothekerin: (versucht nicht zu lachen) „Ja, aber es gibt einen Mittwoch in der ersten Oktober-Woche. Warum nehmen sie es nicht einfach dann?“.

Und: Presto!

Am Mittwoch waren wir im Kino und haben Wall-E geschaut. Wirklich sehenswert!

Den Vogel abgeschossen hat aber der Vorfilm: Presto.

Jetzt habe ich ihn auf dem Netz gefunden. Für diejenigen, die keine Zeit fürs Kino haben, man kann ihn auch hier anschauen.

Vorsicht: beim Film schauen ja nichts trinken!: ich übernehme keine Verantwortung für Flüssigkeitsschäden auf Keyboard oder Bildschirm!

Apropos Wall-E. Ein Freund hat mich darauf aufmerksam gemacht, was der Roboter für einen Ton macht, wenn er via Solarpanel voll geladen ist. Wer hat’s erkannt? (Nur für Äpfel Fans).

Oh mein Gott! (oder OMG, wie es im Web heisst)

Telefon einer Kundin (mit schreiendem Baby im Hintergrund): „Mein Kind schreit wie am Spiess seit ich ihm die Fieberzäpchen gegeben habe, die ich bei Ihnen gekauft habe!“

Apothekerin: „Was für welche?“

Kundin: „Vicks.“

Apothekerin: „Vicks?? Sind sie sicher? Da gibt es aber keine Zäpfchen, ..“.

rasches Überlegen, was es sein könnte… „…meinen Sie vielleicht diese blauen Bonbons?“

Stille am anderen Ende der Leitung. Dann: .. Das sind keine Zäpfchen? Oh …“

(!)

Ja, „Oh“, Wer einmal Vicks blau Bonbons gehabt hat, weiss dass sie viel Menthol enthalten – das ist das, was im Mund so stark kühlend wirkt. Im Enddarm müsste ich das allerdings auch nicht haben – kein Wunder schreit das Baby! Sie musste das Teil dann im Spital entfernen lassen – bis es sich von selbst gelöst hätte wäre es seeeehr lange gegangen.

Das stammt übrigens nicht aus der Apotheke in der ich arbeite, aber ich habe es erster Hand von der Pharma-assistentin, die das in der Apotheke, wo sie vorher gearbeitet hat mitbekommen hat. Sie hat mir übrigens auch versichert, dass die Kundin das kaum erhalten hat, weil sie Fieberzäpfchen verlangt hat, viel eher hat sie es selbst aus dem Gestell genommen.

Selbstmedikation durch unwissende kann auch sehr schief gehen!