Wie man sich *nicht* bewirbt

Bei uns ist es wieder soweit, dass wir uns eine neue Mitarbeiterin suchen müssen. Ich bin ja gespannt, was da für Bewerbungen kommen werden.

Vor ein paar Jahren musste ich relativ kurzfristig eine Apothekerin haben, weshalb ich nicht nur die klassischen Wege für eine Stellenanzeige (nämlich in den Fachblättern), sondern auch Anzeigen in normalen Zeitungen zu Hilfe nahm. Das brachte es gar nicht, das heisst, es hat mir schon ein paar Bewerbungen eingebracht, nur kamen die von echt unqualifizierten Personen. Bei manchen hatte ich den Eindruck, die Bewerbung wurde nur geschrieben um das Arbeitsamt zufriedenzustellen.

Ich meine, wenn ich schreibe, ich suche eine/n Apotheker/in dann sollte man sich nicht melden, wenn man die Ausbildung respektive das Diplom nicht hat. Das Beste (Übelste?) war ein A6 Briefchen* mit einem (handgeschriebenen) Zettel darin, dass die Frau sich für die Stelle interessiere. Anbei ein einseitiger kopierter Lebenslauf. Die Frau hatte nicht einmal einen richtigen Schulabschluss. Das näheste (nächste?) was sie dem Gesundheitssystem im Allgemeinen gekommen ist, waren ein paar Monate Anstellung in einem Spital – als Putzhilfe. Ich hab mir das angeschaut und mich gefragt, was das soll? Denkt diese Frau ernsthaft, man kann einfach so in die Apotheke stehen, wie wenn es ein Gemischtwarenladen wäre??

Es ist mir schon klar, dass es einer Menge Leute nicht bewusst ist, was es dazu braucht, Apothekerin zu werden. (Oh ja, das ist ein Studium, 5 Jahre!). Aber dass es eine Form abgeschlossener Ausbildung ist, müsste mit etwas gesundem Menschenverstand klar sein.

Ich habe mich dann entschlossen, auf diese Bewerbung nicht zu reagieren, obwohl ich im Normalfall auf jede antworte.

*das ist die Grösse, die man bekommt, wenn man ein normales Schreibblatt in die Hälfte faltet und dann nochmals in die Hälfte faltet.



2 Antworten auf „Wie man sich *nicht* bewirbt

  1. Ich würde mich gerne für die Stelle als IT Supporter bewerben. Ich habe auch schon an einem PC gearbeitet und die Maus is ganz toll!

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  2. Hallo Pharmama,

    es ist erfrischend, den Blog zu lesen, ich habe das eine oder andere Mal doch herzhaft gelacht.

    Es ist sicherlich ein Zufall oder Zeitmangel, dass die Rechtschreibung auch nicht immer perfekt ist, ebenso verhält es sich mit der Interpunktion. Irgendwie macht das auch den Charme des Blog´s aus.

    Hier in Deutschland ist es so, dass viele Menschen gezwungen werden, eine gewisse Anzahl von Bewerbungen zu schreiben, um im „Genuss“ des Arbeitslosengeldes zu bleiben.

    Das Amt interessiert es dabei wirklich nur periphär, ob man für die Tätigkeit geeignet ist oder nicht.

    Ich bin Mutter und kenne die grenzenlose Faulheit der jungen Leute. Ich finde es absolut ehrlich von einer Bewerberin, Fehlzeiten zu begründen, wie es in dem Ihnen zugegangenen Bewerbungsschreiben geschehen ist.

    Geben Sie dem Mädel eine Chance und ziehen Sie sich nicht auf gemachte Erfahrungen zurück. Es könnte sein, dass Sie eine positive Überraschung erleben, Teenager arbeiten für den Lehrer – oder für den Arbeitgeber, wenn er mit jungen Menschen umzugehen weiß.

    Wenn es nicht klappt, hat der AZUBI das Problem – und Sie das gute Gefühl, es versucht zu haben. Gute Taten und Vertrauen fangen im Kleinen an.

    In Ihrem Leben haben Sie sicherlich auch solche Erfahrungen gemacht und waren dankbar dafür.

    Liebe Grüße

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